Ketten reparieren

Ketten reparieren

Schmuck reparieren von marys.kitchen

Wenn es wärmer wird, trage ich wieder mehr Ketten. Ob Anhänger oder durchgängig Perlen, das variiert Jahr zu Jahr, auch Tag zu Tag. So hat sich eine ganz schöne Sammlung angesammelt. Im Rahmen meines „Perfekten Kleiderschrankes“ bin ich nun auch meinen Schmuckschrank durchgegangen und habe sortiert in:

  • Perfekt, ideal so, trage ich gerne, passt farblich, von der Länge und der Art zu meiner Garderobe -> zurück in den Schrank
  • Trage ich gar nicht mehr bzw. nicht so gerne, passt farblich und von der Art gar nicht (mehr), lässt sich auch nicht verändern -> verschenken
  • Trage ich gar nicht mehr bzw. selten, ist nicht ideal so wie es ist oder ist gar kaputt, aber das kann ich ja ändern -> reparieren -> sofort

So ist vorallem alle Modeschmuck(leichen) aus meinem Schrank verschwunden und vor mir lag ein Haufen „Ändere mich!“. Also stöberte ich in meiner Bastelschublade nach weiteren Perlen, Verschlüssen und neuen Schnürren. Ich ntdeckte dabei auch noch eine gerissene Kette, die seit Jahren darauf wartete, endlich wieder aufgefädelt zu werden. Ich legte mir alles zurecht, schaute, was fehlte und besuchte am folgenden Tag den Perlenladen (hachja, in einer Großstadt zu leben hat auch so manche Vorteile – diesen werde ich gewiss vermissen). Ich hielt mich strickt nach meinem Einkaufzettel und nun begann die feinmotorische Arbeit: Auffädeln und neue Verschlüsse anbringen. Eigentlich gar nicht so eine große Kunst. Man braucht dazu auch keine Werkzeuge (eine Küchenschere ersetzte zum Beispiel die Zange, einfach die ‚Ohren‘ kräftig runterdrücken). Trotzdem bin ich stolz, dass ich mich hingesetzt habe und nun einige sozusagen neue Ketten habe, da ich sie, so wie sie jetzt sind, soo viel lieber wieder trage. Und ein jede hat ihre Geschichte…

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… die braune ist ein Erbstück, welches meine Mutter in jungen Jahren gerne trug, allerdings war sie mir einfach zu lang und fein und doppelt zu eng. Also fanden kleine Kupferperlen, die sich in meiner Bastelschublade vor Jahren verirrt hatten, in regelmäßigen Abstand ihren Weg in diese Kette. Peppt auf, bleibt aber dezent. Dazu noch ein farblich passender neuer Verschluss.

… die grün-rot-goldene bekam ich vor Jahren als Geschenk – leider wieder zu lang und fein für einfach, also kürzte ich sie.

… die rote Korallenbruchkette war ebenfalls ein Geschenk und riss vor einigen Jahren, wobei einige Perlen verloren gingen. Also wurde die Kette mit kleinen orangenen Perlen ergänzt.

… die helle Kette ist wie die braune ein Erbstück und entsprach einfach nicht meinem Stil, so dünn und lang und hell/einfarbig. So nahm ich sie mit in den Perlenladen und fand diese schönen petrolfarbigen Glasperlen – endlich eine petrolfarbige Kette! Den Verschluss konnte ich zum Glück wieder benutzen – ich mag diese alten verschlungenen, schlichten Haken sehr.

… den Blumenanhänger trug ich schon an vielen Lederbändern, welche sich durch zwei Knoten in der Länge veränderten. Allerdings waren diese Knoten nicht sehr hübsch und ich trug die Kette doch eh immer auf der gleichen Länge. Außerdem belasteten diese Knoten die Bänder stark, sodass diese regelmäßig rissen. Also besorgte ich mir die silbernen Lederbandeinfassverschlüsse, brachte sie an und trage die Kette seitdem wieder sehr sehr sehr häufig.

… bei dem Jakobsmuschelanhänger war das gleiche Problem, hier konnte ich den alten Verschluss der braunen Kette weiterverwenden. (Achja, da ich am Jakobsweg – an einem der vielen – aufgewachsen bin, suchte ich mir eines Tages diese Kette in der Töpferei meiner Eltern aus – selfmade by Mama).

Schmuck reparieren von marys.kitchen

Der Zeitaufwand dieser sechsfachen Reparaturarbeit war natürlich nicht unerheblich, aber dennoch überschaubar und es macht einfach so viel Sinn vorhandenes wieder so aufzuhübschen, dass es einem gefällt, um Neuanschaffungen zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Auf Modeschmuck, der nach wenigen Wochen schon auseinanderfällt oder gar abfärbt/die Farbe verliert, habe ich gar gar gar keine Lust mehr. Ich habe das wohl schon vor Jahren festgestellt, aber trotzdem immer wieder etwas ganz „süßes“ gekauft oder geschenkt bekommen. Jetzt ist endgültig Schluss damit für mich.

Außerdem mag ich die Energie, die entsteht, wenn man sich um einen Gegenstand konzentriert gekümmert hat (herstellen, reparieren, reinigen, verändern ect.), die sich – meiner Meinung nach – auch auf den Gegenstand überträgt. Das klingt jetzt etwas esoterisch, aber man kann sich zumindest einbilden, dass mit Liebe gemachtes, Liebe ausstrahlt. Geht es dir da genauso?

Passt du deinen Schmuck auch regelmäßig an oder ist dies eine Inspiration deinen Schmuckschatz mal wieder zu durchforsten und das eine oder andere zu reparieren?

Noch mehr Reparaturinspirationen unter fit it – Reparieren ist nachhaltig und weitere Ideen für einfachnachhaltibesserleben findest du unter dem jeweiligen Link.

 

 

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6 Responses to Ketten reparieren

  1. Maria 30. Juni 2016 at 8:52 #

    Hallo!

    Wie schön, dass Du den Schmuck reparieren konntest! Finde ich super, dass Du Dir die Mühe gemachte hast. Aber es sind ja auch einige richtige Erinnerungsstücke dabei, da nimmt man etwas Arbeit gerne in Kauf denke ich.

    Danke fürs Verlinken zu fix it! Ich freue mich, dass Du mit dabei bist!

    lg
    Maria

    • maria 30. Juni 2016 at 8:59 #

      Danke Maria 🙂

      Ich muss zugeben, bei mir hat eigentlich jeder Gegenstand Erinnerungswert, also alles sind Erinnerungsstücke, weil irgendetwas habe ich ja immer damit erlebt oder zumindest erinnert es mich dann an die Person, von der ich den Gegenstand bekam. Das macht das Ausmisten/Minimalisieren/Reduzieren nicht gerade einfacher 😀
      – ok, nicht jeder, an die Zahnbürste oder an das Klopapier habe ich jetzt zum Beispiel doch nicht so einen starken Bezug 😉 Aber dafür an fast jeden Stift, ect.

      Liebe Grüße,
      Maria

  2. made with Blümchen 30. Juni 2016 at 12:08 #

    Wie schön, genau der Schritt steht demnächst bei mir auch an. Aber zuerst muss ich den Kleiderschrank fertig entrümpeln, danach kommen die Accessoires an die Reihe und werden passend gemacht. Ich habe schon die eine oder andere Idee, und mir geht es wie Dir: Viele Erinnerungen sind mit den Schmuckstücken verbunden. (Und ich genieße es SEHR, in einer Großstadt zu leben, mit einem tollen Perlenladen noch dazu!) Danke, dass Du uns auch die Geschichten erzählt hast. Liebe Grüße, Gabi

    • maria 1. Juli 2016 at 8:18 #

      Da wünsche ich dir sehr viel Freude daran. Bin schon gespannt, was bei dir so herauskommt.

  3. Zora 30. Juni 2016 at 20:37 #

    Eine wirklich schöne Wiederbelebungsmaßnahme!
    LG Zora #Einab

    • maria 1. Juli 2016 at 8:16 #

      Danke 🙂

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