Studentenküche

Studentenküche

Heute stelle ich euch meine erste eigene Küche vor. Zuvor hatte ich nur Mama’s Küche, Gastfamilienküche in Irland und Italien, WG-Küche in Freiburg und Rom und so manche Hostelküchen und die gemeinsame Küche von meinem Freund und mir in Bottrop (ok, die hat er schon stark nach meinen Wünschen zusammengestellt, aber trotzdem war es dort halt eher seine Küche, als meine…seine Ordnung, sein System, seine Sachen…). Nachdem ich 3,5 Jahre in einer sechser (und am Ende siebener) WG gewohnt habe, war das Highlight einer eigenen Wohnung selbstverständlich für mich die Küche. Ich fand eine schöne, helle, große 1-Zimmer-Wohnung mit abgetrennten Minibad. Die Küchenzeile, bestehend aus einem Waschbecken, Herd und Schneidfläche von der Größe eines DIN-A-4-Blattes war schon drinnen und befand sich im großen Zimmer (das zugleich Schlafzimmer, Arbeitszimmer, Nähzimmer, Esszimmer und Waschzimmer war). Aber in keiner anderen 1-Zimmer-Wohnung, die ich mir ansah und leisten konnte, war die Küchennische so potential groß.

Allerdings wusste ich auch von Anfang an, dass ich in dieser Wohnung nur 14 Monate bleiben werde, d.h. alles, was ich nicht innerhalb der ersten zwei Monate machte, wurde nie gemacht, da es sich gefühlt nicht mehr so rentierte. Aber dennoch habe ich es versucht mir so schön wie möglich zu machen. Und es ist gewiss eine abgehobenere Studentenküche geworden, da ich schon immer sehr viel Zeit und auch Geld in der Zubereitung meiner Speisen und dafür benötigten Materialien und Werkzeuge investiert habe. Und wenn man über viele Jahre hinweg sich die passenden Utensilien auch noch zu Weihnachten und Geburtstag wünschen konnte…

Meine Arbeitsfläche mit Blick auf die Terrasse und wenn ich in die Knie ging, konnte ich auch noch den (Schwarz)Wald sehen:

Der rote Schrank hing in der alten Küche meiner Vermieter (war Untermieterin im ehemaligen Büro des Hauses) und hatte Glaseinelegeböden. Dort hatte ich Messbecher, Trinkflaschen, Teller, Schüsseln, Gläser und Besteck in Gläsern. Ein altes Regal aus Kindheitstagen beherbergte meine Küchentextilien, Mehl und Co. Mit Hilfe von sechs Tischbeinen bekam ich eine große Arbeitsfläche und eine dadrunter passende Ablagefläche in meiner schubladenlosen Küche. Der Abschnitt der Arbeitsfläche wurde noch als Stellfläche für meinen Ofen genutzt:

  Unter der Arbeitsfläche hatte ich Töpfe, Pfanne, Deckeln, Handrührgerät, Mixer, Mörser, Waage, Trichter, Abtropfsieb und einen Schuhkarton mit Gewürzen griffbereit:

An der Wand hielt eine krumme Bambusstange sämtliche Küchenutensilien in Reih und Glied:

Auf der anderen Seite befand sich die Küchenzeile mit einem neuen Zweiplattenherd und Spüle. Obendrüber befand sich eine Dunstabzugshaube (wer zum Geier braucht so etwas eigentlich??), noch ein weiterer roter Hängeschrank (gefüllt mit Glasdosen, kleinen Gläsern und Tellern) und ein noch älterer Küchenschrank meiner Vermieter, der mein stolzer Backformenschrank war. Obendrüber passten genau noch eine Plastikbox mit Muffinförmchen, Cupcaketransportbox und Tortentransportbox).

Unter der Arbeitsfläche hatte ich meine alten Wäschekörbe verstetzt aufeinander stehen (wollte ursprünglich neue, hohe, schmale aus Filz nähen, aber es kam nie dazu), meine Waschmaschine (mein teuerstes Eigentum) und links war Platz für Staubsauger, Putzeimerchen und Tritthocker (der ideal als Ablage für heiße Töpfe und Pfannen ist).

Das hohe Regal brachte mir mein Vater aus dem Nachlass meiner Großmutter mit und es passte angegossen an diesen Platz:

Im zweiten Regalfach von unten bewahrte ich in einer alten Papkiste sämtliche Deckel meiner Glasdosensammlung und die Plastikdosen auf. Links daneben lag häufig Gemüse, welches nicht im Kühlschrank lagern sollte (insbesondere wenn das unterste Fach vom Regal schon voll war):

Dort drüber war mein Teefach: Krüge, Teekanne (Erbstück – eine der ersten Teekannen meines Vaters – eines der wenigen Stücke, die ich habe, die von ihm dekoriert wurden) und natürlich meine Teeauswahl. Es ist gar nicht so einfach mit Teebeuteln aufzuhören, zu oft bekam und bekomme ich immer noch welche geschenkt. Bis auf meinen liebsten Yogitee kaufe ich nur noch losen seit mehreren Jahren:

Auf Augenhöhe stand das ehemalige Nähzeugschränkchen meiner Mutter und meine Öl- und Essigsammlung (meist Olivenöl, Sonnenblumenöl, Apfelessig, Apfelbalsamico, Balsamico und Cremebalsamico):

Das Schränkchen beherbergte u.a. einen Teil meiner Gewürze.

Die große Schublade war mit pikanten Gewürzen gefüllt:

In einer Schublade lagerte mein Knoblauch luftig und dunkel und die weltbeste Knoblauchpresse griffbereit dazu:

In einer Schublade lagerten meine süßen Gewürze:

Eine kleine beherbergte Backpulver, Hefe und Co:

Eine Agar Agar und Co:

Und eine Tüten (noch welche aus Rom mit dabei) und Verschlüsse:

Über den Gewürzen hatte ich meine Vorräte – ganz wie meine Mutter, in Glasdosen – in drei Reihen griffbereit:

Im obersten Fach stehen Müslidosen (zwei Keramikdosen hintereinander), Schüssel (drei ineinander) und der Toaster griffbereit. Den Platz bis zur Decke nutze ich mit kleinen Plastikboxen gefüllt mit Backzutaten, Muffinpapierchen, Spritzbeuteln, Ausstecherle und Co aus. Das große blaue ist mein cooler Cupcaketransporter, ein Flohmarktfund von meinem großen Bruder – dank dieser Box konnte ich u.a. auch schon Cupcakes von Freiburg nach Köln im Zug transportieren:

Diesen alten Setzkasten hatte ich als Kind Jahre lang für Perlen genutzt, spontan füllte er sich in der neuen Wohnung für meine Zuckerbäckerei (die meisten Papierchen und Streuzucker bekam ich geschenkt – ich zehre immer noch an den Vorräten, da in den Setzkasten nur ein Bruchteil hineinpasst):

In meinem kleinen Ofen (der für kleine Öfen ziemlich groß war) passten tatsächlich alle meine Backformen und vorallem auch das Muffinblech:

Gegenüber der Küche und als Abtrennung zum Bett stand meine alte Wickelkommode, die zuvor jeden Ortswechsel meiner Mutter in ihren jungen Jahren mitgemacht hat und mir seit Anfang meiner Studentenzeit als Vorratskommode diente:

Noch ein Überblicksfoto dank Rührschüssel:

Essplatz drinnen (draußen gabs nämlich auch einen):

ich habe keine neuen Möbel für diese Wohnung gebraucht, gerade für die zwei Essplätze bekam ich von meinem Bruder dieses Tischlein aus seiner Singlewohnung, dazu noch zwei Gartenstühle. Der Holzstuhl – mein einigster normaler Stuhl war ein Sperrmüllstuhl mit langer Geschichte und die restlichen waren nur alte (wackelige) Klappstühle. Eine Bank habe ich aus einem alten Regalbrett über die Heizung gebaut – gerade im Winter ein Lieblingsplatz!

Bodentiefe Fenster an nach hinten offenen Regalen sind doof, daher habe ich einen einfachen Vorhang genäht:

Achja, das beste an der Wohnung war natürlich meine kleine Terrasse mit Minigarten – nach 4 Jahren von zu Hause ausgezogen war der gigantisch und super:

Platz für ein bisschen Gemüse in Töpfen (dank verseuchtem Boden durfte ich nichts in der Erde anpflanzen), Tischchen, Hängematte und Wäscheständer 🙂

„Mh, was essen wir denn heute leckeres aus dem Garten?“

Am Abend konnte ich immer schön die Nachbarn mit ihren Kindern beobachten:

Schon 2015 wollte ich auf meinem Blog unbedingt meine Küche zeigen, aber nie war sie so perfekt, wie ich es mir in den Kopf gesetzt hatte. Und nun sehe ich dadrüber hinweg. Nie wird eine Küche ganz perfekt sein. Das weiß ich spätestens jetzt, wo ich unsere „neue“ Küche einrichte, die eine schöne Patchworkküche ist.

Hier fehlen nun nur noch der Fließenspiegel (kommt am Montag), die Festerbretter (naja, die alten kaputten, weißen tuens ja auch noch, aber eine schöne selbstgebaute Holzverkleidung wäre schon toll), der Dekoast über dem Esstisch (fertig vorbereitet, wir müssen ihn „nur“ noch aufhängen), das moderne Gewürzregal (in progress – ich habe mir mal wieder das schwierigste in den Kopf gesetzt – zwei von fünf Brettchen sind schon mit ihren sieben Mulden fertig…), die Backformenhaken, der Backsetzkasten, Bilder, die Bankrückenlehne, das Gas für den Herd (die Leitung ist zum Glück endlich da) und wenige Steckdosen.

Wenn das dann so weit ist, dann gibts auch dieses Jahr noch eine Hometour im neuen Heim, mit vielen Details aus unserer Rosenküche.

Der Blogbeitrag passt natürlich ganz prima zum Freitag!

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