Socken stricken

ja, eigentlich sollte dieser Blogbeitrag vor einem Monat schon online gehen, aber da war ich krank und irgendwie hat es die Fotos hochladen nun länger gedauert. Daher gibts halt jetzt erst den Beitrag über das erste Jahr Socken stricken. Auch wenn inszwischen noch mehr da sind…ups

Erfülle dir deinen Kindheitstraum und fang einfach an!

Als Kinder bekamen wir jedes Jahr von der Marburgoma Socken zu Weihnachten und Geburtstag. Diese Oma kannte ich nicht wirklich. Fast nur aus Briefen. Aber ihre Socken begleiteten mich mein bisheriges ganzes Leben. Bunte Socken. Socken, die ewig hielten. Nunja, langsam gingen sie dann doch nach fast 20 Jahren kaputt. Als Jugendliche wollte ich unbedingt mal zu ihr Fahren und mir das Sockenstricken beibringen lassen. War nur nicht so einfach, sie wohnte im Norden von Deutschland, Anbindung war schlecht. Ihre Gesundheit verschlechtete sich auch immer mehr und so starb sie 2012, kurz nachdem ich wieder zurück in Deutschland war.

In Irland kaufte ich mir ein Nadelspiel und Wolle und fing einfach mal an. Aber traute mich nicht an die Ferse und das Internet war damals dort ziemlich schlecht. Also keine große Hilfe. Diesen angefangenen riesen Schaft habe ich immer noch…ich befürchte nur, dass ist 100% Wolle und somit nicht so langlebig für Socken…

Nun, die Zeit verging. 2016 zog ich ins Allgäu und meine damalige Schwiegermutter strickte. Sie strickte mir auch zwei Paar. Aber irgendwie konnte ich mich dort nicht dazubringen es von ihr zu lernen. Beziehung war kompliziert.

Dann war ich wieder motiviert, aber meine Hände nicht fähig. Die zwei Kapalltunnel-Ops (12/22 & 10/23) zogen sich. Es dauerte bis die Hände wieder kräftiger wurden.

2024 war wieder ein Jahr der Umbrüche. Ich wechselte mal wieder meinen Job und hatte spontan Resturlaub. Ich holte mir Wolle im Wollladen und strickte Stulpen. Ich kam wieder richtig ins Stricken rein. Bei einer Ladenauflösung in Kempten kaufte ich mir neben vielen tollen Stoffen zwei sehr günstige Knäule Sockenwolle (2€/ Stück, aber keine Traumfarben). Eins dieser Knäule nahm ich mir, dazu ein dickes Sockenstrickbuch aus der Bücherei und traute mich. Es war Mai, ich hatte eine längere Busfahrt nach Freiburg und dann noch ein Wochenende bei anderen Freunden incl längerer Autofahrt.

Und es klappte. Die erste Socke mit Ferse war fertig. Das war eine Freude. Ein Stolz. Ich kanns.

Der zweite Socken dazu brauchte irgendwie länger. Der Sommer kam. Ich holte mein Strickzeug nicht mehr raus. Erst Ende Oktober fing ich wieder an. Wie ging das nochmal?

Und heute vor einem Jahr war der zweite Socken für das erste Sockenpaar fertig! Ich war so stolz. Gleich wurde der nächste angefangen und seitdem kennen mich die wenigstens ohne mein Sockenstrickzeug.

Socken zu stricken hat sooo viele Vorteile für mich:

– ich habe warme, kuschelige Socken farblich passend zu meinem Outfit

– es sind kleine Liebesbotschaften an mich selbst „ich bin es mir wert so viel Zeit und Liebe in so etwas Alltägliches zustecken“

– meine Hände sind beschäftigt, mein Geist kann entspannen oder andere Dinge derweil tun. Hyperaktivität ist damit besänftigt

– Meine Hände sind beschäftigt, das Handy ist aber nicht aktiv

– auch in Phasen, in denen es mir so gar nicht gut geht, geht etwas voran. Ich sehe Fortschritte, die Tage kommen mir nicht verloren vor.

– ich kann neue Techniken oder Muster im Kleinen ausprobieren

– ich kann meine Strickfertigkeiten immer mehr verbessern

– es ist ein kleines Projekt, was in jede Tasche, manchmal auch in die Kleidtasche, passt

– ein Socken ist zeitlich realtiv zügig gestrickt. Die Motivation für den Zweiten ist somit relativ leicht aufzubringen, denn nur mit dem zweiten ist das Projekte beendet

– der Materialeinsatz ist vergleichsweise gering, die Kosten übersichtlich

– ich kann fast überall Stricken – Nähen kann ich nur mit meiner umfänglichen Ausstattung, also nähe fast ausschließlich zuhause. Stricken geht überall. Auch auf dem Berg oder im Auto als Beifahrerin

– an jedem gestrickten Sockenpaar hängt Erinnerung: wo, in welcher Gesellschaft, mit welchen Emotionen habe ich es gestrickt? Ich habe inzwischen verschiedene Urlaubssocken – die wärmen noch einmal anders im Winter

Meine Wolle habe ich zum größten Teil von Kleinanzeigen. Meistens ohne Banderole, weniger als 100g und selten nur die Wunschfarben. Aber dafür günstig und nachhaltiger als neugekauft.

Zur Hochzeitsfeier gab’s diesen tollen Wollstrauß.

Auch habe ich inzwischen schon Sockenwolle gekauft: ein paar wenige unifarbene online und großzügig in zweierlei Werksverkäufen: Schoppelwolle (Ein Traum von Laden) und Opalwolle (tolle Auswahl, aber preislich nicht so viel günstiger und kaum unifarbene – langsam mag ich doch mal mehrfarbige Muster stricken und da ist die buntgefärbte Wolle nicht mehr so ideal).

Ich besitze nun auch eine große Kiste voll mit Sockenwolle. Ich habe mir einiges vorgenommen. Erst einmal muss meine Sockenschublade gefüllt werden, dann die von meinem Mann und dann bestricke ich vielleicht auch mal andere, die solche Socken so lieben, wie ich.

Nun ein Jahr nach meinem ersten fertigen Sockenpaar habe ich 12 Paare schon gestrickt:

Ein Paar fällt auf: das hat mir dann doch nicht gefallen, der Schaft war eng und irgendwie gefiel es mir nicht. Also trennte ich den einen Socken wieder auf und versuchte das Garn mit einem anderen zu kombinieren. Der gefällt und passt. Der zweite wird nun auch noch aufgetrennt und auch noch so verstrickt.

chronologisch

Die ersten vier bekamen alle die runde Ferse. Einfach, aber sie sitzt bei mir nicht so gut. Also probierte ich die Herzchenferse aus. Die sitzt bei mir super, daher stricke ich seitdem nur noch diese Ferse.

BINGO 2025

Mein 15.Kästchen vom Bingo von Antetanni: “Bei Tee handarbeiten“ – meine Sockenprojekte sind immer mit dabei, ob bei Tee oder Raclette.

Wer macht noch beim Bingo mit?

Meine ganzen Blogposts hierzu sammle ich übrigens hier: BINGO 2025

und mal wieder bei Creativsalat Linkparty verlinkt

Welche gefallen dir denn am besten?

Strickst du auch Socken?

Wenn ja, mit welcher Verse?

4 Antworten zu „Socken stricken“
  1. WOW, wie toll, liebe Maria. Ich liebe selbst gestrickte Socken, auch wenn ich sie selbst nicht stricken kann/mag… Vielleicht muss ich irgendwann auch mal wieder damit anfangen, vor vielen vielen Jahren habe ich mal gestrickt…
    Alle Paare sehen sehr schön aus, am allerliebsten mag ich die beiden unten links in den kräftigen Farben. Tolle Hingucker.
    Liebe Grüße
    Anita

    1. Herzlichen Dank <3
      ich finde Socken so schön übersichtlich. Das perfekte Projekt für fast jede Situation. Vielleicht kommt die große Stricklust ja beim Anschlagen eines hübschen neuen Paares?

      Liebe Grüße zurück,
      Maria

  2. Im Zug! Am See! In der Badewanne! Ich finde deine Bildergalerie so genial, und herzliche Gratulation zu so vielen schönen Paaren Socken. Ich stimme deiner Liste der Vorteile des Sockenstrickens voll und ganz zu. Mir gefallen am besten deine rosa-lila mit dem Karomuster im Schaft. Zwei Knäuel plastikfreie Sockenwolle warten seit zwei Jahren darauf, verstrickt zu werden. Wahrscheinlich ist es im Weihnachtsurlaub dann so weit.
    Bald kannst du das erste Mal „Bingo!“ rufen! Liebe Grüße, Gabi

    1. Dankeschön <3
      sobald meine beleidigte Hand (war krank und hab eine Socke an zwei Tagen gestrickt und daraufhin reagiert meine rechte Hand auf jede intensivere Alltagsbelastung, insbesondere Stricken, mit Schmerzen und dicker Schwellung) wieder fit ist, mach ich den zweiten zu diesem aufwändigen Mustersocken fertig. Also aufwändig nur, weil ich noch lernen muss die zwei Stränge gleichmäßig zu regulieren.
      Viel Freude beim Socken stricken!

      Liebe Grüße zurück,
      Maria

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